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Viel stärker als der steigende Ölpreis und der extrem starke Dollar treiben die ständig erhöhten Steuern Benzinpreis, der den Mineralölfirmen angelastet wird. Denn der Staat kassiert doppelt, indem er auf Mineralöl- und Ökosteuer auch noch die Mehrwertsteuer aufschlägt. Wenn die Rede auf die Benzinpreise kommt, ist an Stammtischen und in manchen Medien schnell der Bösewicht gefunden: die Mineralölfirmen. Wer jedoch in der
Kraftfahrzeug-Branche Verantwortung trägt, sieht die Sache in der Regel klarer. Denn Preistreiber ist der Staat, der sich mit der horrenden Mineralölsteuer und der volkswirtschaftlich höchst umstrittenen Ökosteuer nicht zufrieden gibt, sondern auf beides auch noch 16 Prozent Mehrwertsteuer erhebt. So kommt es, dass der Staat bei einem Benzinpreis von 2,00 Mark nicht weniger als 1,44 Mark in die eigene Tasche steckt. Das sind 72 Prozent!
Die Fachleute sind sich einig: Dies schadet der gesamten Automobilbranche - von den Herstellern, die mit einer Flaute kämpfen, bis zu den Autohäusern, deren Margen und Renditen immer schmaler werden. Eine Umfrage des renommierten Forsa-Institutes hat ergeben, dass ein Drittel der Autofahrer den Kauf eines neuen Wagens verschieben und jeder Achte an Wartung und Inspektion sparen will.
Das Argument, dass die Mineralölfirmen Rekordgewinne einfahren, zieht nicht als Begründung für die steigenden Benzinpreise. Die guten Ergebnisse erwirtschaften die Firmen bei der Förderung von Öl und Erdgas. Kraft- und Schmierstoffe tragen bei der heutigen Marktsituation nur wenig zum Gewinn bei. Denn beide werden aus Rohöl destilliert, das in Dollar bezahlt wird. In den vergangenen zweieinhalb Jahren hat sich der Rohölpreis mehr als
verdoppelt, der Dollarkurs stieg um ein Drittel. Das bedeutet insgesamt eine Verdreifachung des Rohölpreises auf dem deutschen Markt.
Nur Spekulanten wagen beim Ölpreis oder Dollarpreis ein Prognose. Die Berliner Koalitionäre aber bleiben bei ihrer Linie, die Autofahrer weiter zu schröpfen: Am ersten November kommt die Schwefelsteuer in Höhe von drei Pfennig, und die Ökosteuer wird Anfang nächsten Jahres planmäßig um weitere sechs Pfennig erhöht. Plus Mehrwertsteuer, versteht sich. Das sind 10,5 Pfennig mehr in zwei Monaten.
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